Theater-AG

- Eine kurze Charakterisierung -

zum 15 Jährigen Jubiläum

von Elmar Pichlmeier 

(eh. Spielleiter u. Gründungsmitglied)


Das war ein Riesen-Schritt! Als Franzlehrer französische Einakter zu versuchen, war überschaubar. Theater aber in unserer Muttersprache, ohne jegliche Ausbildung, ohne Studium der Germanistik oder Theaterwissenschaften, das war gewagt.
15 Jahre später sagen zu sollen, ob's geschafft wurde, mögen andere beurteilen.
S'einfach zu versuchen, mit Leuten, die echt dazu stehen, so ist's heute wie damals. Wie damals bleibt ein Gefühl der Unzulänglichkeit, wenn ich Kommentare zu Dürrenmatt und Anouilh ehrfürchtig bestaune und Analysen zu ihren oder anderen Stücken depressiv oder verdutzt nachsteige. Dann merk' ich halt immer wieder, daß ich das alles halt nie studiert habe und im Grunde immer nur aus dem inneren Empfinden lebe.
Einige meinen, ich kokettiere mit Schüchternheit, wenn ich als Spielleiter auch auf die Bühne geholt werde. - Dennoch, ich steh' nicht gern auf der Bühne, mein Platz ist vor der Rampe. Meine "Arbeit" ist praktisch mit der allerletzten Probe getan. Vor 6 Jahren noch saß ich während jeder Aufführung auf dem Po - wegen der Sicht - vor der Bühne und meinte, noch dieses und jenes retten zu können. Heute sitz' ich hinten, hoffe, bange und laß mich fallen mit dem Gleichmut dessen, der weiß, daß bei uns Laien vielen nur im Prinzip besser sein könnte.
Vor 4 Jahren, waren wir viel kleiner. Man kannte sich ausgezeichnet, machte viele Touren... Aus dieser Zeit sind viele dicke Freundschaften geblieben, deren Basis aber nicht den Blick zurück war, sondern gemeinsam etwas stets Neues anzugehen.
Das mag's sein, was unsere Truppe ausmacht: da ist ein Urgestein von über 10 Studenten bereit, weiter Theater zu spielen untereinander und mit circa 45 jüngeren Schülern; Sie legten ein Niveau vor, zu dem Jüngere aufsteigen und sehr oft auch gleichziehen können. All das bedingt in unserer Comédie Marais ein Miteinander von 11 bis 28 Lebensjahren.
In jedem Beruf muß man seine Nische finden. Keine Ausruh- oder Schlafkoje, aus der heraus man der Pension entgegenhächelt! Eine Nische, in der man sich wohlfühlt, weil man recht gefordert wird, aus der heraus man vieles ertragen und Energie für den Alltag fassen kann.
Die Nische Theaterarbeit in der Schule hat einen ungeheuren Erlebniswert, vor allem für den Spielleiter, in dem Beieinander von 1000 mal Spannung, Diskussion, Streit, Ärger und Freude. Gratis dazu noch die Anspannung vor jeder Aufführung und eine gute satte Müdigkeit, wenn's dann geklappt hat!
Fazit:<< Emotion pur(e)>>.